Das Für und Wieder um die „richtige“ Entscheidung zu treffen

Die Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen, ist eine Eigenschaft, die wir früher oder später alle erlernen müssen. Nun ist es jedoch so, dass uns manche Optionen als nahezu gleichwertig erscheinen, wenn man eine einfache Pro und Kontra Liste erstellen würde. Ich bin der Meinung, dass eine höhere Bildung uns diese „Entscheidung für eine Entscheidung“ nicht einfacher macht, ja noch im Gegenteil eventuell zu viel des Nachdenkens am Ende sogar schädlich sein kann.

Ich denke dann jedes Mal auch bei mir persönlich, dass ich es mir selber zu schwer mache mit den Entscheidungen, andererseits bin ich mir natürlich über die Tragweite, einen bestimmten Weg zu wählen, bewusst. Mein Gefühl war in jedem Fall: je näher man auf die 30 zugeht, desto mehr Gedanken macht man sich über seine Entscheidungen und die daraus resultierenden Szenarien in der Zukunft. Ich habe des Öfteren den Eindruck, dass „sich zu viele Gedanken machen“ in der Tat nicht zwingend zu positiveren Ergebnissen führen muss. Ganz im Gegenteil kenne ich einige Menschen, deren Vorgehen einer gewissen Leichtigkeit entspricht, von der ich, bezogen auf mein eigenes Leben, eigentlich nur träumen kann. Die Frage, die sich mir an diesem Punkt immer zwingend stellt, lautet: Macht sich der/die eigentlich überhaupt keine Gedanken und lässt alles auf sich zukommen oder aber hat er so einen detaillierten „Lebensplan“ im Kopf, dass ihn nichts davon abbringen kann und er stur seinem Ziel folgt?

Konkret meine ich damit die Aufgabe, die sich ein Jeder selber als Lebensinhalt geben möchte. Da ich mich viel mit Entrepreneurship befasse, kommt dann an dieser Stelle, in der ich mich in meinem Leben gerade befinde, genau die Frage danach, ob ich „mein eigenes Ding“ mache (wozu mir mein Umfeld ständig rät) oder ob ich zunächst noch ein wenig „Erfahrung“ sammeln soll, um dann besser gerüstet das eigene Projekt umzusetzen.

 


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Die Entscheidung: Fulltime-Job oder das eigene Projekt

In den letzten Monaten habe ich die 30 überschritten und mache mir also zunehmend Gedanken über das, was so in den nächsten 20 Jahren auf mich zukommen möge und wie viel ich davon selbst bestimmen und lenken kann.  Einerseits lässt mich der Gedanke an das eigene erfüllende Projekt nicht mehr los andererseits habe ich noch dieses urdeutsche Perfektionsverlangen in mir und fühle mich noch nicht gerüstet. Mir stellt sich dabei immer häufiger die Frage, wann denn nun der richtige Zeitpunkt wäre? Kann man so etwas überhaupt genau planen?

Für mich stellt sich dazu aktuell ein Trade Off dar. Einerseits habe ich das Gefühl, dass mir die Zeit davon läuft, ich aber dennoch ein wenig mehr Berufserfahrung sammeln möchte, andererseits kann ich es eigentlich kaum erwarten, etwas Eigenes zu starten.

Viel wichtiger ist für mich in der aktuellen Situation jedoch die Entscheidung für den einen oder gegen den anderen Job. Ich habe mich jetzt also dazu entschieden, noch ein wenig Berufserfahrung zu erlangen. An dieser Stelle kommt aber ein weiterer Trade Off ins Spiel. Ich habe mehrere Angebote, aber alle haben ihre Vor- und Nachteile. Es ist wirklich verzwickt und zu allem Übel kommt noch dazu, dass es keinen festen Zeitpunkt gibt, zu dem man sich in aller Ruhe über alle Möglichkeiten im Klaren werden kann.

Da jedes Unternehmen  seinen Bewerbungsprozess unterschiedlich schnell durchführt, wird meiner Meinung nach die Entscheidung zusätzlich verzerrt und Unternehmen, die vielleicht später reagieren, aber das inhaltlich viel bessere Angebot machen könnten, kann ich gar nicht mehr wahr nehmen.

Nun stehe ich also vor der Entscheidung: Zusage für das eine Angebot, oder Abwarten und das andere Angebot annehmen. Einige Opportunitäten haben noch gar nicht reagiert, sind dies vielleicht die richtigen? Ich werde es wohl nie erfahren…